Profitiert der Landkreis Meißen vom „green new deal“ der EU?

Grüne Landratskandidatin Siebert sieht in dem Förderprogramm einen Weg hin zu einem klimaneutralen Landkreis

Der Landkreis Meißen soll Teil des milliardenschweren Förderprogramms »Just Transition Fund« (JTF) werden. Einen entsprechenden Vorschlag machte Europaministerin Katja Meier (Grüne) Anfang September öffentlich.

Der JTF soll Regionen helfen, die angesichts des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft besonders schwerwiegende sozioökonomische Herausforderungen bewältigen müssen und zielt dabei insbesondere auf die Braunkohlereviere ab. Nach dem Willen der sächsischen Europaministerin sollen nun außerdem die Stadt Chemnitz und der Landkreis Meißen davon profitieren.

Dazu äußert sich die Grüne Landratskandidatin Elke Siebert:

„Teil des JFT zu werden, wäre eine große und sehr wichtige Chance für den Landkreis Meißen. Wenn wir die Klimaschutzziele der EU, Deutschlands und des Landes Sachsen auch im Landkreis Meißen wirklich ernst nehmen und  umsetzen wollen, wäre der JFT das dazu passende Förderinstrument. Er soll Regionen helfen, die angesichts des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft vor besonderen Herausforderungen stehen.”

„Der Landkreis Meißen ist nicht zufällig auf die Vorschlagsliste gekommen. Durch die energieintensiven Industriebetriebe im Stahl und Chemiebereich hat unser Landkreis einen besonders hohen Energieverbrauch und somit eine bedeutend schlechtere Klimabilanz als andere Landkreise in Sachsen. Der Klimawandel wirkt sich also nicht nur auf Bereiche des Naturschutzes, der Wald- oder Landwirtschaft aus, sondern wird gerade auch die Industrie im Landkreis vor große Herausforderungen stellen. Durch die steigende CO2 Bepreisung werden energieintensive Unternehmen gezwungen nachhaltige und klimaverträgliche Lösungen für Ihr Unternehemen zu finden um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn wir mit dieser Förderung den großen und kleinen Unternehmen, Gemeinden, Landwirten … helfen können diese Lösungen zu finden und umzusetzen , ist das nicht nur gut für unser Klima sondern auch für die heimische Wirtschaft. Wirtschaftsförderung muss 2020 mehr sein als das Ausweisen von Gewerbegebieten und der Bau von Zubringerstraßen. Die Wirtschaftsförderung muss grüner werden und die Unternehmen hin zu mehr Klimaverträglichkeit begleiten um so deren Existenz langfristig zu sichern.“

„Die Entscheidung ob der Landkreis Meißen Teil des Fördergebietes wird steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass der Landkreis jetzt ein Zeichen Richtung EU senden muss. Ein Zeichen dass er bereit ist die Herausforderungen des Klimawandels offensiv anzugehen, dass er sich die EU Klimaschutzziele zu eigen macht und Strategien für einen klimaneutralen Landkreis entwickelt. Klimaschutz und die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel werden zentrale Herausforderungen für die zukünftige Landrätin / den zukünftigen Landrat. Ich stehe – im Gegensatz zu meinen beiden Mitberwerbern – ganz klar für den Umbau hin zu einem klimaneutralen Landkreis. Nicht nur aus Überzeugung,  sondern weil daran auch gar kein Weg vorbeiführen wird. Entweder wir gehen jetzt los und gestalten diesen Übergang aktiv mit oder wir laufen irgendwann hinterher und haben das Nachsehen.“

Hintergrund: https://www.medienservice.sachsen.de/…

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